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Lernstrategietraining im Concept Mapping: Bedeutung für kognitive Belastung, kognitive Prozesse und Lernleistung

Concept Maps sind Diagramme, in denen die semantische Struktur eines Sachverhalts durch Begriffe (Knoten) dargestellt wird, die durch beschriftete Pfeile miteinander in Verbindung stehen. In der Tradition der Kognitionspsychologie wird meist davon ausgegangen, dass die Lernmethode des Concept Mapping deshalb lernwirksam ist, weil sie im Zuge der Verarbeitung des Lernmaterials anspruchsvolle kognitive Prozesse der Organisation und Elaboration auslöst. In jüngster Zeit hat eine Reihe hochrangig publizierter Studien diese etablierte Vorstellung erschüttert. Aus Befunden, dass sich die Verfügbarkeit von Lernmaterial bei der Erstellung von Concept Maps als nachteilig für die Lernleistung erwies, ist geschlossen worden, dass vor allem Abrufprozesse ursächlich für die Lernwirksamkeit des Concept Mapping seien. Das Projekt zielt darauf ab, die berichteten Befunde unter Berücksichtigung verschiedener Monita kritisch zu prüfen. Dazu soll zunächst ein wirksames Concept Mapping-Training entwickelt und getestet werden. In einer darauf aufbauenden Studie soll neben der Verfügbarkeit des Lernmaterials während des Concept Mapping-Prozesses die Vertrautheit der Teilnehmer/-innen mit dieser Lernmethode variiert werden. Schließlich soll in einer abschließenden Studie neben der Verfügbarkeit des relevanten Lernmaterials der Umfang des Lernmaterials variiert werden. In allen Studien soll der Einfluss der experimentellen Variationen auf die Lernleistung, die empfundene kognitive Belastung und die Stimulation von Organisations- und Elaborationsprozessen erfasst werden. Das Projekt birgt Implikationen aus zwei Perspektiven: Aus einer fachdidaktischen Perspektive dient es der evidenzbasierten Entwicklung eines wirksamen Concept Mapping-Trainings. Aus Perspektive der psychologischen Grundlagenforschung gewährt es Einblick in die kognitiven Prozesse, die die Lernwirksamkeit des Concept Mapping bedingen.