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Forschungsfrage/Untersuchungsziel

Ziel ist es herauszufinden, inwieweit Lehramtsstudierende des Fachs Biologie bereits selbst Erfahrungen mit dem Einsatz von Technologie, und vor allem mit digitalen Medien gemacht haben, welche Vorteile sie in der Anwendung dieser Medien sehen und mit welchen Herausforderungen sie sich beim digitalen Medieneinsatz konfrontiert fühlen. Es geht dabei um eine Status-quo-Erhebung mit dem Zweck, die Vielfalt des digitalen Medieneinsatzes darzustellen, die als positiv bewerteten Methoden und Programme weiter auszubauen und zu verbreiten sowie den wahrgenommenen Schwächen und Problemen entgegenzuwirken.

Schulen werden zunehmend vor Anforderungen gestellt, digitale Medien in ihre Lehre zu integrieren. Natürlich wird der Einsatz von digitalen Medien in großen Maße durch die vorhandene digitale Infrastruktur einer Schule beeinflusst und beschränkt Jedoch sind durch die Bundesbildungsministerin Johanna Wanke bis 2021 rund fünf Milliarden Euro für die digitale Ausstattung von Schulen, sowie deren Breitbandanbindung zur Verfügung gestellt worden. Es ist davon auszugehen, dass Lehramtsstudierende eine wesentlich größere Bereitschaft zeigen, digitale Medien im Unterricht einzusetzen, da sie während ihrer Ausbildung sowie in ihrem Privatleben mehr Erfahrungen in der digitalen Mediennutzung sammeln konnten als ältere Lehrkräfte. Außerdem wird davon ausgegangen, dass eine Implementation in diesem Kontext nur über eine Top-Down-Strategie gelingen kann.

Eine weitere (fachunabhängige) Hypothese ist, dass ein technologiebezogenes fachdidaktisches Wissen (TPACK) nur dann vorliegen kann, wenn pädagogisches, fachliches und technologisches Wissen in angemessenem Umfang vorhanden sind. Ist einer dieser drei Wissensbereiche unzureichend ausgeprägt, so wird auch die Schnittmenge dieser drei Bereiche, das technologiebezogene fachdidaktische Wissen (TPACK), qualitativ unzureichend ausgebildet sein. Darüber hinaus muss jedoch hervorgehoben werden, dass das fachdidaktische Wissen nicht die Summe aus pädagogischem und fachlichem Wissen ist. Vielmehr ist es eine eigenständige Variable, die u. a. eine angemessene unterrichtliche Reduktion und Rekonstruktion der fachlichen Inhalte erfordert und somit den Übergang von Alltags- zu Fachvorstellungen ermöglicht. Insofern kann man auch davon ausgehen, dass das technologiebezogene fachdidaktische Wissen (TPACK) mehr ist als die Summe seiner Einzelteile.

Als Erhebungsinstrument soll weitestgehend der TPACK-Fragebogen (Schmidt et al., 2009) dienen. Hierbei handelt es sich um ein in den USA erprobtes und mehrfach eingesetztes Erhebungsinstrument. Es erfasst Selbsteinschätzungen der Befragten zu ihrem technologischen, pädagogischen und fachlichen Wissen sowie zu den verschiedenen Überschneidungsbereichen dieser drei Wissensdimensionen. Mithilfe dieses Fragebogens kann herausgestellt werden, welche Wissensbereiche bei den befragten Lehramtsstudierenden unzureichend ausgebildet sind, so dass hier entsprechende Aus- und Fortbildungsangebote entwickelt werden können. Außerdem können anhand der Daten Vergleiche zu der Ausbildungssituation in den USA gezogen werden. Da die fachdidaktische sowie die fachdidaktisch-technologische Perspektive in dem Fragebogen jedoch verkürzt dargestellt werden, indem jeweils nur mit einer Frage auf ein bestimmtes Unterrichtsfach eingegangen wird, muss hier nachgesteuert werden. Dabei soll auf verschiedene Kernelemente des Fachunterrichts Biologie Bezug genommen werden, wie z. B. auf die Vermittlung bzw. Erarbeitung von Fachwissen, auf die Durchführung von Experimenten sowie auf die Gestaltung von Unterrichtsgängen in die Natur. Es stellt sich somit die Frage, inwiefern digitale Medien zur Umsetzung dieser Kernelemente im Fach-/Biologieunterricht herangezogen werden.