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Interventionsmaßnahme

In der Bestimmungsübung Botanik erhalten Studierende des Lehramts Biologie Einblicke in den Umgang mit einem digitalen Werkzeug (App Biparcours) und wenden dieses selbstständig an.  Dies bedeutet, dass den Studierenden die App Biparcours mit ihren methodischen Möglichkeiten vorgestellt wird und ihnen die Gelegenheit geboten wird, selbst Aufgabenbeispiele mittels dieser App zu entwickeln. Bei der inhaltlichen Ausrichtung der Seminars steht ganz bewusst das Thema Pflanzenkenntnis im Vordergrund, um dem Phänomen der „Plant Blindness“ entgegenzuwirken und den (angehenden) Lehrkräften die Durchführung bzw. Gestaltung von zukünftigen Unterrichtsgängen in die Natur zu erleichtern.  Beispiele an möglichen Aufgabenstellungen für solche Unterrichtsgänge lernen die Studierenden im Seminar kennen, um dann selbst weitere Anwendungsbeispiele zu gestalten bzw. Bestehendes kreativ weiterzuentwickeln.

Analyse der Wirkungen der Interventionsmaßnahme

Die Aufgaben, die von den Studierenden für einen Unterrichtsgang (Exkursion) entwickelt werden, sollen qualitativ ausgewertet werden, um auf diese Weise ein Kategoriensystem für verschiedene Typen von Aufgaben zu erstellen. In einem zweiten Schritt soll dann eine quantitative Auswertung vorgenommen werden, um die Häufigkeiten, mit der die verschiedenen Aufgabentypen in dem Kategoriensystem auftreten, zu bestimmen. Dabei muss bei der Aufgabenbewertung zwischen Elementen der Wissenserarbeitung und Wissenssicherung unterschieden werden. Während die Wissenserarbeitung u. a. durch Kategorien wie Instruktion (schriftlich oder auditiv), Entdeckung (z. B. durch Beobachtungs- und Vergleichsaufträge) oder Information (z. B. durch Suche im Netz) charakterisiert ist, so lässt sich die Wissenssicherung durch Kategorien wie Wiederholung und Transfer beschreiben. Die Arbeitsaufgaben können weiterhin entsprechend der Lernzielhierarchisierung nach Boom bzgl. ihres Anspruchsniveaus bewertet und ebenso entsprechend ihrer Lernzieldimensionierung (kognitive, affektive oder psychomotorische Ausrichtung) eingestuft werden. Zusätzlich können die Aufgaben hinsichtlich Lernzielangemessenheit, Differenzierungsmöglichkeiten und Abwechslungsreichtum eingeordnet werden. – In einem nächsten Schritt soll jeder Person ein Wert zugewiesen werden, welcher die Gesamtqualität der von ihr entwickelten Aufgaben umschreibt. Die Verrechnungsstrategie, mit welchem Anteil die verschiedenen Qualitätskriterien in diesen Gesamtwert einfließen, muss begründet festgelegt werden.

Pre-Post-Design

Vor Beginn des Seminars soll bei den Lehramtsstudierenden ein modifizierter TPACK-Fragebogen (der auf Lehramtsstudierende des Fachs Biologie ausgerichtet ist und spezifische fachliche und fachdidaktische Fragenanteile umfasst) eingesetzt werden. Die Kennwerte, welche für die technologischen, pädagogischen und fachlichen Wissensanteile sowie für deren Schnittmengen erhalten werden, sollen durch Korrelationen mit dem Gesamtwert der Aufgabenqualität (pro Person) in Beziehung gesetzt werden. Auf diese Weise kann ermittelt werden, welche Wissensbereiche besonders stark ausgeprägt sein sollten, um qualitativ hochwertige Aufgabenreihen für den Einsatz von digitalen Medien zu erstellen.